Die byzantinische Kunst und die Ikonenmalerei

Ganz anders sah die Kunst im Byzantinischen Reich aus. Dieses war entstanden als sich Ostrom im 4. Jahrhundert nach Christus von Westrom abspaltete und seinen eigenen Kaiser ernannte. Da dieser Konstantinopel zu seiner einzigen Residenz machte, hatte er einen enormen Vorteil gegenüber dem Weströmischen Kaiser, der mittlerweile sich nicht mehr auf Rom konzentrierte, sondern an allerlei Orten Machtzentren hatte. Konstantinopel konnte so in Ruhe wachsen - und mehr Macht entwickeln als Rom selbst.

Für die Kunst im Oströmischen, also Byzantinischen Reich, war dies aber nur förderlich. Was für Westrom die Mosaiken waren, das waren für Ostrom die Ikonen. Die Ikonenmalerei wurde zum ganz speziellen Stil der Byzantinischen Kunst. Das besondere an einer Ikone ist eigentlich nicht die Figur selbst, welche auf dem Bild dargestellt wird. Es ist der Rahmen, in dem sie erscheint. Dieser ist fast ausschließlich aus Gold. Die Figur wird also von Gold umgeben und erstrahlt so regelrecht.

Da auf Ikonen ausschließlich Christliche Motive dargestellt werden, ist klar, das die Figuren der Bibel, vor allem Jesus, aber auch Maria mit dem kindlichen Jesus, durch die Goldfarbe zu etwas ganz Besonderen werden. Das Gold zeigte auch noch einmal mehr, wie sehr das Christentum hoch geschätzt wurde. Denn es wurde mit dem wertvollsten aller Materialien präsentiert.

Ganz spezifisch für die Ikonenmalerei ist auch, dass die Figuren alle sehr starr wirken. Sie haben keinerlei Bewegung in sich. Doch sie blicken den Betrachter direkt und aus großen Augen an. Die Augen sind bei vielen Ikonen das auffälligste an den dargestellten Heiligen. Die Macht Jesu darzustellen, das geschieht oftmals mit einem Blick, der Jesus eher als strengen, denn als gütigen Herrscher ausweist. Die Darstellung des "Jesus Pantokrator" hat besonders in der Ikonenmalerei des Byzantinischen Reichs ihren Ursprung.